Wenn sich eine frisch aufgetragene Bodenbeschichtung bereits nach kurzer Zeit ablöst, aufrollt oder beim Reinigen wieder vom Untergrund löst, liegt meist kein Produktfehler vor. Häufig befindet sich zwischen Bodenbelag und Pflegefilm eine Trennschicht, die eine zuverlässige Haftung verhindert.
Diese Trennschicht kann unsichtbar sein.
Typische Ursachen sind:
Grundreinigerreste
alkalische Rückstände
Fett und Öl
alte Pflegefilme
Feuchtigkeit
Reinigungsmittelreste
ungeeignete Oberflächenvergütung
Für eine dauerhaft haltbare Beschichtung gilt daher:
Eine Beschichtung ist nur so gut wie der Untergrund, auf dem sie haftet.
Bei einer Grundreinigung muss eine alte Polymerbeschichtung möglichst vollständig entfernt werden.
Bleiben einzelne Bereiche zurück, entsteht ein uneinheitlicher Untergrund.
Die neue Beschichtung haftet dann teilweise auf dem Boden und teilweise auf alten Pflegeschichten.
Mögliche Folgen:
Ablösungen
unterschiedliche Glanzgrade
ungleichmäßige Filmbildung
lokale Verschleißstellen
Nach der Grundreinigung sollte die Fläche deshalb sorgfältig auf Pflegefilmreste kontrolliert werden.
Bei stark alkalischen Grundreinigern können nach der Reinigung Rückstände auf der Oberfläche verbleiben.
Wird unmittelbar darüber beschichtet, kann die Filmbildung gestört werden.
Deshalb muss die Schmutzflotte vollständig aufgenommen und die Fläche anschließend gründlich mit klarem Wasser nachgespült werden.
Je nach Reinigungsverfahren kann mehrmaliges Nachspülen erforderlich sein.
Gerade nach einer stark alkalischen Grundreinigung sollte die Neutralität kontrolliert werden.
Eine einfache Prüfung ist mit pH-Indikatorstreifen möglich.
Dazu wird etwas sauberes Wasser auf die Bodenfläche gegeben und anschließend geprüft.
Ist das Wasser noch deutlich alkalisch, sollte nochmals mit klarem Wasser nachgereinigt werden.
Erst auf einem ausreichend neutralisierten Untergrund sollte die Beschichtung erfolgen.
Restfeuchtigkeit gehört zu den klassischen Ursachen für Haftungsprobleme.
Feuchtigkeit kann:
zwischen Boden und Beschichtung eingeschlossen werden
Blasen erzeugen
die Filmbildung stören
lokale Ablösungen verursachen
Nach der Grundreinigung muss der Boden deshalb vollständig trocknen.
Besondere Aufmerksamkeit benötigen:
Randbereiche
Fugen
Anschlüsse
Bereiche unter Heizkörpern
Vertiefungen
Fett- und Ölfilme verhindern eine zuverlässige Benetzung des Untergrunds.
Das Problem tritt beispielsweise auf in:
Küchenbereichen
Kantinen
Werkstätten
Eingangsbereichen
Pflegeeinrichtungen
Produktionsbereichen
Schon geringe Rückstände können lokale Haftungsfehler verursachen.
Vor der Einpflege muss die Fläche vollständig entfettet werden.
Silikon ist besonders kritisch.
Kleine Mengen können beispielsweise durch:
Pflegesprays
Möbelpolituren
Bauarbeiten
Dichtstoffe
ungeeignete Produkte
auf die Bodenfläche gelangen.
Die Beschichtung zieht sich an diesen Stellen zusammen oder bildet kleine Krater.
Hier hilft eine zusätzliche Beschichtung nicht. Die Verunreinigung muss zuerst beseitigt werden.
Viele moderne PVC- und Vinylbeläge verfügen bereits werkseitig über eine PU- oder PUR-Vergütung.
Diese Oberflächen sind häufig nicht für eine klassische Polymer-Einpflege vorgesehen.
Eine nachträglich aufgebrachte Beschichtung kann dann eine deutlich schlechtere Haftung besitzen.
Vor der Einpflege sollte deshalb immer geprüft werden:
technisches Datenblatt
Pflegeanleitung des Bodenherstellers
Produktbezeichnung
vorhandene PU-/PUR-Kennzeichnung
Ist eine werkseitige Vergütung vorhanden, haben die Herstellerempfehlungen Vorrang.
Jede Beschichtungsschicht benötigt ausreichend Zeit zur Filmbildung.
Wird die nächste Schicht aufgebracht, bevor die vorherige ausreichend trocken ist, können beide Schichten miteinander reagieren beziehungsweise eingeschlossene Feuchtigkeit zurückhalten.
Mögliche Folgen:
weicher Pflegefilm
schlechte Haftung
klebrige Oberfläche
ungleichmäßiger Glanz
Die vorgeschriebenen Trocknungszeiten müssen eingehalten werden.
Eine dicke Schicht erscheint zunächst effizient, trocknet jedoch deutlich schlechter.
Mehr Beschichtungsmaterial bedeutet deshalb nicht automatisch einen besseren Schutz.
Mehrere dünne Schichten sind meist vorteilhafter als eine einzelne dicke Schicht.
Zu dicke Schichten können:
langsam aushärten
klebrig bleiben
Blasen bilden
ungleichmäßig aussehen
Auch die Umgebung beeinflusst die Filmbildung.
Problematisch sind beispielsweise:
sehr niedrige Temperaturen
sehr hohe Luftfeuchtigkeit
starke Zugluft
direkte Sonneneinstrahlung
stark erwärmte Bodenflächen
Dadurch kann die Beschichtung zu langsam oder ungleichmäßig trocknen.
„Trocken“ bedeutet nicht immer „vollständig belastbar“.
Auch wenn die Oberfläche bereits trocken erscheint, kann der Pflegefilm noch nicht vollständig ausgehärtet sein.
Eine zu frühe Belastung durch:
Personenverkehr
Möbel
Stühle
Rollwagen
Reinigungsmaschinen
kann die Beschichtung dauerhaft beschädigen.
Die Herstellerangaben zur Belastbarkeit sollten eingehalten werden.
Problematisch kann auch die Kombination unterschiedlicher Systeme sein.
Beispiele:
alte Pflege eines unbekannten Herstellers
neue Beschichtung darüber
Cleaner-Rückstände
Wischpflege unter der Beschichtung
unterschiedliche Polymerprodukte
Wenn der bestehende Pflegeaufbau unbekannt ist, sollte vor einer großflächigen Anwendung eine Probefläche angelegt werden.
Bei Haftungsproblemen empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:
Ist der Boden:
PVC
Linoleum
Vinyl
PU-/PUR-vergütet?
Welche Produkte wurden verwendet?
Wann wurde zuletzt grundgereinigt?
Welche Beschichtung war vorher vorhanden?
Pflegefilmreste?
Fett?
Öl?
Silikon?
Feuchtigkeit?
Nach alkalischer Grundreinigung sicherstellen, dass der Boden ausreichend neutralisiert wurde.
Erst wenn die Ursache geklärt und beseitigt ist, sollte eine kleine Fläche neu beschichtet werden.
Wenn die Beschichtung bereits großflächig nicht haftet, ist ein einfaches Überarbeiten meist nicht sinnvoll.
Eine zusätzliche Schicht haftet schließlich nur auf der bereits fehlerhaften Beschichtung.
In solchen Fällen ist häufig erforderlich:
mangelhafte Beschichtung entfernen
Untergrund sorgfältig prüfen
Ursache beseitigen
erneut gründlich nachspülen
Neutralität kontrollieren
Fläche vollständig trocknen lassen
Probebeschichtung durchführen
erst danach gesamte Fläche beschichten
Vor dem Öffnen des Beschichtungsgebindes sollten fünf Punkte geprüft werden:
Sauber?
Keine Altbeschichtungen, kein Fett, kein Schmutz.
Neutral?
Keine relevanten alkalischen Grundreinigerreste.
Trocken?
Keine Restfeuchtigkeit.
Geeignet?
Boden für das Pflegesystem freigegeben.
Kompatibel?
Beschichtung und vorhandener Bodenaufbau passen zusammen.
Erst wenn alle fünf Fragen mit Ja beantwortet werden können, sollte die Einpflege beginnen.
Häufig sind Restfeuchtigkeit, Grundreinigerreste, Fett oder eine ungeeignete Oberflächenvergütung die Ursache.
Ja. Alkalische Rückstände können die Filmbildung und Haftung beeinträchtigen.
Nach dem Nachspülen kann etwas sauberes Wasser auf die Oberfläche gegeben und mit einem pH-Indikatorstreifen kontrolliert werden.
Nicht automatisch. Viele PU-/PUR-vergütete Böden sind nicht für eine klassische Polymerbeschichtung vorgesehen.
Nein. Wenn die erste Schicht keine sichere Haftung besitzt, löst eine zusätzliche Schicht das Grundproblem nicht.
Lokale Verunreinigungen wie Fett, Öl, Silikon, Altbeschichtung oder Feuchtigkeit sind häufige Ursachen.
Wenn eine Bodenbeschichtung nicht hält, sollte nicht zuerst die Beschichtung selbst verdächtigt werden. Entscheidend ist der Zustand des Untergrunds.
Die häufigsten Ursachen sind:
Altbeschichtung + Grundreinigerreste + falscher pH-Wert + Restfeuchtigkeit + Fett/Öl + ungeeignete PU-/PUR-Oberfläche.
Vor einer erneuten Einpflege sollten diese Faktoren systematisch geprüft und beseitigt werden.
Die beste Voraussetzung für eine dauerhaft haltbare Bodenbeschichtung ist ein Untergrund, der vollständig sauber, ausreichend neutral, trocken und für das gewählte Pflegesystem geeignet ist.