Öl- und Fettflecken gehören zu den anspruchsvollsten Verschmutzungen auf Naturstein. Anders als bei geschlossenen Oberflächen können Flüssigkeiten je nach Porosität tief in den Stein eindringen und dort sichtbare Dunkelfärbungen hinterlassen.
Besonders betroffen sind offenporige Natursteine, unbehandelte Flächen sowie Bereiche in Gastronomie, Küchen, Werkstätten oder Eingängen.
Naturstein besitzt je nach Gesteinsart ein unterschiedlich ausgeprägtes Porensystem.
Öl kann durch Kapillarwirkung in diese Poren eindringen.
Je länger eine Verschmutzung einwirkt, desto tiefer kann sie in den Stein gelangen.
Deshalb gilt:
Frische Ölflecken immer möglichst schnell aufnehmen.
Bei frischem Öl:
Flüssigkeit nicht verreiben.
Mit saugfähigem Material aufnehmen.
Oberfläche vorsichtig abtupfen.
Geeigneten Reiniger auf Materialverträglichkeit prüfen.
Probefläche anlegen.
Durch Reiben kann Öl tiefer in die Poren gedrückt werden.
Je nach Naturstein und Verschmutzung können alkalische Fett- oder Ölreiniger eingesetzt werden.
Die Eignung hängt ab von:
Steinart
Oberflächenbehandlung
Imprägnierung
Alter des Flecks
Eindringtiefe
Bei säureempfindlichem Naturstein ist zwar die Säureproblematik besonders relevant, auch stark alkalische Reiniger sollten jedoch nicht unkontrolliert eingesetzt werden.
Grobschmutz entfernen.
Probefläche anlegen.
Geeigneten Öl- oder Fettlöser auftragen.
Einwirkzeit beachten.
Oberfläche mechanisch unterstützen.
Gelöste Verschmutzung vollständig aufnehmen.
Mit klarem Wasser nacharbeiten.
Nach dem Trocknen Ergebnis kontrollieren.
Bei tief eingezogenen Verschmutzungen kann eine einmalige Behandlung nicht ausreichen.
Wenn Öl tief in den Stein eingedrungen ist, reicht eine reine Oberflächenreinigung häufig nicht aus.
Dann können spezielle Verfahren erforderlich werden, bei denen der Verschmutzungsstoff aus den Poren herausgezogen wird.
Je nach Stein kommen hierfür beispielsweise absorbierende Pasten oder spezielle Fleckenentfernungssysteme infrage.
Solche Verfahren sollten zunächst auf einer kleinen Fläche getestet werden.
Eine öl- und wasserabweisende Imprägnierung kann die Aufnahme von Flüssigkeiten deutlich reduzieren.
Sie erleichtert:
Entfernung frischer Flecken
Unterhaltsreinigung
Schutz vor Verfärbungen
Werterhalt
Eine Imprägnierung verhindert Flecken jedoch nicht vollständig.
Öl verreiben
zu lange warten
ungeeignete Lösemittel verwenden
Steinart nicht bestimmen
Reinigung ohne Probefläche
Oberfläche nach der Reinigung nicht vollständig trocknen lassen
Frische Flecken lassen sich häufig gut entfernen. Bei tief eingezogenen oder alten Verschmutzungen kann die Entfernung schwieriger sein.
Je nach Material können geeignete alkalische Öl- und Fettlöser verwendet werden.
Für professionelle Natursteinflächen ist ein abgestimmter Reiniger meist besser geeignet, da Spülmittel Rückstände hinterlassen kann.
Eine geeignete oleophobe Imprägnierung kann die Ölaufnahme deutlich reduzieren.
Bei Ölflecken entscheidet vor allem die Reaktionszeit. Je schneller die Verschmutzung aufgenommen wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Öl tief in die Poren eindringt.
Bei älteren Flecken müssen Reinigung, Mechanik und gegebenenfalls spezielle Fleckenentfernungssysteme auf die jeweilige Steinart abgestimmt werden.