Professionelle Reinigung besteht nicht nur aus der Auswahl des richtigen Reinigungsmittels. Ebenso entscheidend ist das passende Reinigungsverfahren. Bodenbelag, Verschmutzungsgrad, Flächengröße, Nutzung und gewünschtes Reinigungsergebnis bestimmen, ob eine Unterhaltsreinigung ausreicht, eine intensive Zwischenreinigung notwendig ist oder eine vollständige Grundreinigung durchgeführt werden muss.
In der professionellen Gebäudereinigung werden unterschiedliche Verfahren gezielt miteinander kombiniert. Ziel ist es, Verschmutzungen wirtschaftlich zu entfernen, Oberflächen zu schonen und den Wert von Bodenbelägen und Einrichtungen langfristig zu erhalten.
Dabei gilt ein grundlegendes Prinzip:
So intensiv wie nötig – so materialschonend und wirtschaftlich wie möglich.
Ein gut abgestimmtes Reinigungskonzept verhindert unnötige Grundreinigungen, reduziert den Verbrauch von Reinigungschemie und verlängert die Lebensdauer von Bodenbelägen und Beschichtungen.
Die Unterhaltsreinigung umfasst alle regelmäßig wiederkehrenden Reinigungsarbeiten. Sie wird täglich oder in festgelegten Intervallen durchgeführt und dient dazu, laufend entstehende Verschmutzungen zu entfernen.
Typische Aufgaben sind:
Staub und lose Verschmutzungen entfernen
Laufspuren beseitigen
Oberflächen feucht oder nass reinigen
Sanitärbereiche reinigen
Kontaktflächen reinigen
Bodenflächen maschinell oder manuell bearbeiten
Je nach Bodenbelag werden beispielsweise Neutralreiniger, Alkoholreiniger oder speziell abgestimmte Automatenreiniger eingesetzt.
Eine fachgerecht organisierte Unterhaltsreinigung ist die Grundlage für wirtschaftliche Reinigungsprozesse. Werden Verschmutzungen regelmäßig und vollständig entfernt, lassen sich aufwendige Intensiv- und Grundreinigungen deutlich reduzieren.
Beim einstufigen Wischverfahren wird die Fläche mit einem ausreichend feuchten Wischbezug in einem Arbeitsgang gereinigt. Schmutz wird angelöst und gleichzeitig aufgenommen.
Das Verfahren eignet sich insbesondere für:
gering verschmutzte Flächen
regelmäßige Unterhaltsreinigung
Büro- und Verwaltungsbereiche
kleinere bis mittlere Flächen
Entscheidend sind eine korrekte Dosierung des Reinigungsmittels sowie ein regelmäßiger Wechsel der Mopps.
Beim zweistufigen Wischverfahren wird zunächst Reinigungslösung auf die Fläche aufgebracht. Nach einer kurzen Einwirkzeit wird die gelöste Schmutzflotte in einem zweiten Arbeitsgang mit einem sauberen Mopp aufgenommen.
Dieses Verfahren bietet eine höhere Reinigungswirkung und eignet sich besonders für:
stärker verschmutzte Flächen
Bereiche mit erhöhten Hygieneanforderungen
stark frequentierte Verkehrsflächen
haftende Verschmutzungen
Der Vorteil besteht vor allem darin, dass gelöster Schmutz nicht nur verteilt, sondern gezielt von der Oberfläche entfernt wird.
Beim vorimprägnierten Wischverfahren werden Mopps bereits vor dem Einsatz mit einer exakt definierten Menge Reinigungslösung benetzt.
Das Verfahren hat sich insbesondere in größeren Objekten und Bereichen mit standardisierten Reinigungsprozessen etabliert.
Vorteile sind:
exakt definierte Feuchtigkeitsmenge
gleichmäßige Reinigungsmitteldosierung
geringer Wasserverbrauch
hohe Prozesssicherheit
hygienisches Arbeiten
keine Rückführung verschmutzter Mopps in die Reinigungslösung
Vorimprägnierte Mopps eignen sich unter anderem für Bürogebäude, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.
Bei mittleren und großen Bodenflächen ist die Reinigung mit einer Scheuersaugmaschine häufig deutlich wirtschaftlicher als ein manuelles Verfahren.
Scheuersaugmaschinen kombinieren mehrere Arbeitsschritte:
Reinigungslösung auftragen.
Boden mechanisch bearbeiten.
Verschmutzungen lösen.
Schmutzflotte aufnehmen.
Oberfläche absaugen.
Dadurch entstehen hohe Flächenleistungen und kurze Trocknungszeiten.
Die Auswahl von Pad oder Bürste muss auf Bodenbelag und Oberflächenstruktur abgestimmt werden.
Für die normale Unterhaltsreinigung glatter, geeigneter Bodenbeläge kommen häufig blaue Pads zum Einsatz. Strukturierte oder rutschhemmende Oberflächen können dagegen mit geeigneten Bürsten wesentlich effektiver gereinigt werden.
Die Zwischenreinigung liegt zwischen regelmäßiger Unterhaltsreinigung und vollständiger Grundreinigung.
Sie wird eingesetzt, wenn sich bereits sichtbare Laufstraßen oder stärkere Verschmutzungen entwickelt haben, die Oberfläche oder vorhandene Pflegebeschichtung jedoch noch nicht vollständig entfernt werden muss.
Typische Anlässe sind:
Laufstraßen
leichte Pflegefilmverschmutzungen
Absatzstriche
oberflächliche Gummispuren
beginnender Grauschleier
stärkere Nutzung in Teilbereichen
Eine gut geplante Zwischenreinigung kann die Zeit bis zur nächsten Grundreinigung erheblich verlängern.
Das Cleanern ist ein typisches Zwischenreinigungsverfahren für beschichtete Bodenbeläge.
Dabei werden Verschmutzungen und leichte Beschädigungen des Pflegefilms entfernt beziehungsweise egalisiert, ohne die gesamte Beschichtung abzutragen.
Typischerweise erfolgt das Cleanern mit einer Einscheibenmaschine und einem roten Pad.
Das Verfahren eignet sich beispielsweise für:
Laufstraßen
leichte Absatzstriche
oberflächliche Verschmutzungen
Glanzunterschiede
leichte Gebrauchsspuren
Je nach eingesetztem Pflege- beziehungsweise Cleaner-System kann die Oberfläche anschließend maschinell auspoliert werden.
Das Cleanern reduziert den Aufwand für vollständige Grundreinigungen und trägt dazu bei, vorhandene Pflegefilme länger zu erhalten.
Die Intensivreinigung wird eingesetzt, wenn die normale Unterhaltsreinigung nicht mehr die gewünschte Reinigungswirkung erzielt, eine vollständige Entfernung vorhandener Pflegefilme jedoch nicht erforderlich ist.
Typische Anwendungen sind:
starke Laufverschmutzungen
Fettablagerungen
Reinigungsmittelrückstände
Schmutzaufbau auf Feinsteinzeug
Verschmutzungen strukturierter Böden
stark frequentierte Eingangsbereiche
Dabei werden gegenüber der normalen Unterhaltsreinigung Reinigungschemie, Mechanik, Einwirkzeit oder Temperatur gezielt verstärkt.
Entscheidend ist, dass die gelöste Schmutzflotte anschließend vollständig aufgenommen wird.
Die Grundreinigung ist das intensivste klassische Reinigungsverfahren in der Gebäudereinigung.
Sie dient dazu, hartnäckige Verschmutzungen, alte Pflegefilme und andere Rückstände vollständig zu entfernen und den Boden für einen neuen Pflegeaufbau oder eine weiterführende Behandlung vorzubereiten.
Typische Gründe für eine Grundreinigung sind:
stark aufgebaute Verschmutzungen
alte Polymerbeschichtungen
starke Laufstraßen
Pflegefilmreste
Vorbereitung einer Neubeschichtung
Sanierung stark beanspruchter Bodenflächen
Lose Verschmutzungen vollständig entfernen.
Geeigneten Grundreiniger entsprechend Boden und Beschichtung auswählen.
Reinigungslösung auftragen.
Vorgeschriebene Einwirkzeit beachten.
Fläche intensiv maschinell bearbeiten.
Schmutzflotte vollständig aufnehmen.
Mehrfach mit klarem Wasser nacharbeiten.
Boden vollständig trocknen lassen.
Oberfläche vor einer möglichen Neubeschichtung kontrollieren.
Bei PVC-Böden ist insbesondere darauf zu achten, einen für den Belag geeigneten, möglichst lösemittelfreien Grundreiniger einzusetzen. Je nach Pflegefilm kann stark alkalisch gearbeitet werden.
Zur Entfernung klassischer Beschichtungen können geeignete grüne Pads eingesetzt werden.
Vor einer Neubeschichtung sollte außerdem kontrolliert werden, ob nach der Grundreinigung noch alkalische Rückstände vorhanden sind.
Mit geeigneten pH-Indikatorstreifen lässt sich prüfen, ob die Oberfläche ausreichend neutralisiert wurde. Dadurch können spätere Haftungs- und Beschichtungsfehler vermieden werden.
Eine Beschichtung dient dazu, geeignete Bodenbeläge mit einem zusätzlichen Verschleiß- und Pflegefilm zu schützen.
Dabei werden meist Polymerdispersionen in mehreren dünnen Schichten auf den gereinigten Boden aufgebracht.
Eine Beschichtung kann:
Oberfläche vor mechanischer Beanspruchung schützen
Reinigung erleichtern
Glanzgrad beeinflussen
Lebensdauer des Bodenbelags verlängern
Sanierung stark beanspruchter Bereiche vereinfachen
Nicht jeder Boden darf oder muss jedoch beschichtet werden.
Moderne PU- oder PUR-vergütete PVC- und Designbeläge benötigen häufig keine klassische Erstbeschichtung. Vor jeder Einpflege sollte deshalb geprüft werden, welcher Boden und welche werkseitige Oberflächenvergütung vorhanden sind.
Bei beschichteten Bodenflächen können Spray-Cleaner-Verfahren zur laufenden Pflege eingesetzt werden.
Dabei werden kleinere Mengen eines geeigneten Cleaner- oder Pflegeprodukts auf die Oberfläche gegeben und maschinell verarbeitet.
Ziel ist es:
leichte Verschmutzungen zu entfernen
kleine Gebrauchsspuren zu reduzieren
Glanzunterschiede auszugleichen
Pflegefilme zu verdichten oder aufzufrischen
Das Verfahren verlängert die Nutzungsdauer vorhandener Beschichtungen und kann Grundreinigungsintervalle deutlich hinauszögern.
Beim High-Speed-Polieren werden geeignete Pflegefilme mit Maschinen hoher Drehzahl verdichtet und poliert.
Dadurch kann:
der Glanz erhöht werden
die Widerstandsfähigkeit verbessert werden
die Schmutzanhaftung reduziert werden
das Erscheinungsbild stark frequentierter Flächen verbessert werden
Bodenbelag, Pflegefilm und Pad müssen ausdrücklich für dieses Verfahren geeignet sein.
Beim Scheuern wird eine Oberfläche mit Reinigungschemie und mechanischer Unterstützung intensiv bearbeitet.
Zum Einsatz kommen beispielsweise:
Einscheibenmaschinen
Scheuersaugmaschinen
Pads
Walzenbürsten
Tellerbürsten
Die mechanische Wirkung unterstützt die Reinigungschemie bei der Entfernung haftender Verschmutzungen.
Besonders auf strukturierten Böden sind geeignete Bürsten oftmals wirkungsvoller als flache Pads.
Rutschhemmende oder stark strukturierte Bodenbeläge benötigen häufig ein speziell angepasstes Reinigungsverfahren.
Dazu gehören beispielsweise:
strukturiertes Feinsteinzeug
Sicherheitsfliesen
Industrieböden
rutschhemmende Epoxidharzböden
strukturierte Natursteinoberflächen
Schmutz lagert sich in Vertiefungen ab und kann durch klassisches Wischen nur unzureichend entfernt werden.
Geeignete Bürstensysteme erreichen diese Strukturen deutlich besser und sorgen für eine gleichmäßigere Reinigung.
Die Bauendreinigung erfolgt nach Bau-, Umbau- oder Renovierungsarbeiten und stellt die Grundlage für die spätere Unterhaltsreinigung dar.
Typische Verschmutzungen sind:
Baustellenstaub
Zementschleier
Klebstoffreste
Fugenmaterial
Farb- und Lackreste
Markierungen
Verpackungsrückstände
Die Reinigungschemie richtet sich nach der jeweiligen Verschmutzung und Oberfläche.
Mineralische Zementschleier benötigen beispielsweise ein völlig anderes Verfahren als Fett-, Klebstoff- oder Reaktionsharzrückstände.
In hygienisch sensiblen Bereichen kann zusätzlich eine desinfizierende Reinigung erforderlich sein.
Dabei werden Reinigung und Desinfektion nach einem definierten Hygieneplan durchgeführt.
Typische Einsatzbereiche sind:
Gesundheitseinrichtungen
Pflegeeinrichtungen
Lebensmittelbereiche
Sanitärbereiche
medizinische Einrichtungen
Bei der Auswahl geeigneter Produkte müssen Wirkspektrum, Konzentration, Einwirkzeit, Materialverträglichkeit sowie die jeweils geltenden Hygienevorgaben berücksichtigt werden.
Für die Auswahl eines geeigneten Verfahrens sollten fünf Fragen beantwortet werden:
PVC, Linoleum, Feinsteinzeug, Naturstein, Kautschuk oder Industrieboden reagieren unterschiedlich auf Chemie und Mechanik.
Staub, Fett, Öl, Kalk, Pflegefilm oder Gummiabrieb benötigen unterschiedliche Reinigungsverfahren.
Je nach Verschmutzungsgrad reicht die Bandbreite von der Unterhaltsreinigung über eine Zwischenreinigung bis zur Grundreinigung.
Manuelles Wischen, Einscheibenmaschine und Scheuersaugmaschine besitzen unterschiedliche Flächenleistungen und mechanische Wirkungen.
Soll nur gereinigt, eine Beschichtung aufgefrischt, vollständig entfernt oder anschließend neu aufgebaut werden?
Erst aus diesen Faktoren ergibt sich das geeignete Verfahren.
Die Reinigungswirkung wird wesentlich durch vier Faktoren bestimmt:
Chemie – Mechanik – Zeit – Temperatur
Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig.
Wird beispielsweise die mechanische Wirkung erhöht, kann unter Umständen mit weniger Chemie oder einer kürzeren Einwirkzeit gearbeitet werden.
Professionelle Reinigung bedeutet deshalb nicht, grundsätzlich stärkere Reinigungsmittel einzusetzen. Ziel ist vielmehr, die vier Faktoren optimal auf die jeweilige Aufgabe abzustimmen.
Das richtige Reinigungsverfahren ist ebenso wichtig wie die Auswahl des passenden Reinigungsmittels.
Unterhaltsreinigung verhindert den regelmäßigen Aufbau von Verschmutzungen. Zwischenreinigung und Cleanern verlängern die Nutzungsdauer bestehender Pflegefilme. Grundreinigungen schaffen eine saubere Grundlage für einen neuen Pflegeaufbau, während maschinelle Verfahren auf großen Flächen eine hohe Wirtschaftlichkeit ermöglichen.
Entscheidend ist immer die Kombination aus:
Bodenbelag + Verschmutzung + Reinigungschemie + Mechanik + Verfahren.
Wer diese Faktoren systematisch aufeinander abstimmt, verbessert nicht nur das Reinigungsergebnis, sondern reduziert gleichzeitig Chemikalienverbrauch, Arbeitsaufwand und unnötige Grundreinigungen.