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Unterhaltsreinigung von PVC-Böden

Die Unterhaltsreinigung dient der täglichen oder regelmäßigen Entfernung von Staub, Schmutz und leichten Verschmutzungen. Sie trägt wesentlich zum Werterhalt des Bodenbelags bei und reduziert den Aufwand späterer Grundreinigungen.

Schritt 1 – Trockenreinigung und Staubbindung

Vor jeder Feuchtreinigung sollten lose Verschmutzungen wie Staub, Sand und Schmutzpartikel vollständig entfernt werden. Besonders Sand wirkt auf PVC-Belägen wie Schleifpapier und kann die Oberfläche langfristig beschädigen.

Je nach Objekt und Verschmutzungsgrad kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz:

Vorimprägnierte Mopps haben sich insbesondere in Bürogebäuden, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Pflegeobjekten bewährt. Durch die definierte Feuchtigkeitsmenge wird Staub zuverlässig gebunden, ohne den Boden unnötig zu befeuchten. Gleichzeitig wird eine Verschleppung von Schmutz reduziert und ein wirtschaftlicher Reinigungsprozess unterstützt.

Eine sorgfältige Trockenreinigung bildet die Grundlage für ein optimales Reinigungsergebnis.

Schritt 2 – Feuchtreinigung

Nach der Entfernung loser Verschmutzungen erfolgt die eigentliche Unterhaltsreinigung.

Je nach Objektgröße, Hygienestandard und Verschmutzungsgrad wird zwischen dem einstufigen und zweistufigen Wischverfahren unterschieden.

Einstufiges Wischverfahren

Das einstufige Wischen ist das Standardverfahren für die tägliche Unterhaltsreinigung normal verschmutzter Flächen.

Dabei wird mit einem vorgetränkten Mopp in einem Arbeitsgang gereinigt. Der Schmutz wird aufgenommen und gleichzeitig entfernt.

Vorteile:

  • hohe Flächenleistung
  • wirtschaftliches Arbeiten
  • geringer Wasserverbrauch
  • kurze Trocknungszeiten
  • ideal für Büro- und Verwaltungsgebäude

Zweistufiges Wischverfahren

Bei stärker verschmutzten Flächen oder erhöhten Hygieneanforderungen empfiehlt sich das zweistufige Verfahren.

Im ersten Arbeitsgang wird die Reinigungslösung aufgetragen und der Schmutz angelöst. Anschließend wird die Schmutzflotte mit einem zweiten, sauberen Mopp vollständig aufgenommen.

Vorteile:

  • höhere Reinigungsleistung
  • geringere Rückstandsbildung
  • bessere Schmutzentfernung
  • besonders geeignet für Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und stark frequentierte Bereiche

Für die tägliche Reinigung von PVC-Böden eignen sich insbesondere:

  • Neutralreiniger
  • Alkoholreiniger
  • Automatenreiniger

Die Dosierung sollte grundsätzlich entsprechend den Herstellerangaben erfolgen.

Eine Überdosierung führt häufig zu:

  • Schlierenbildung
  • klebrigen Oberflächen
  • erhöhter Wiederanschmutzung
  • unnötigem Chemikalienverbrauch

Gerade bei modernen PU-vergüteten Bodenbelägen ist eine niedrige, exakt abgestimmte Dosierung entscheidend für ein streifenfreies Reinigungsergebnis.


Maschinelle Reinigung

Auf mittleren und großen Flächen erfolgt die Unterhaltsreinigung wirtschaftlich mit Scheuersaugmaschinen.

Neben dem passenden Reinigungsmittel spielt die Wahl des richtigen Pads eine entscheidende Rolle.

Empfehlenswert sind:

Blaue Pads

Für die tägliche Unterhaltsreinigung.

Eigenschaften:

  • materialschonend
  • entfernt leichte Verschmutzungen
  • erhält die Oberflächenvergütung
  • ideal für PU-vergütete PVC-Beläge

Rote Pads (Cleanern)

Für die Zwischenreinigung.

Sie entfernen stärkere Laufstraßen, leichte Pflegefilmreste und hartnäckigere Verschmutzungen, ohne den Boden vollständig zu entschichten.

Grüne Pads

Für Grundreinigungen.

Grüne Pads besitzen eine deutlich höhere Reinigungswirkung und werden ausschließlich in Verbindung mit geeigneten Grundreinigern eingesetzt.

Die Wahl des Pads sollte immer auf den Bodenbelag, die Oberflächenvergütung und die Herstellerempfehlung abgestimmt werden.


Grundreinigung von PVC-Böden

Mit der Zeit können sich Pflegefilmreste, starke Laufstraßen oder hartnäckige Verschmutzungen bilden. Reicht die Unterhaltsreinigung nicht mehr aus, wird eine Grundreinigung erforderlich.

Geeignete Grundreiniger

PVC-Beläge dürfen nicht mit lösungsmittelhaltigen Universalgrundreinigern gereinigt werden.

Viele klassische Universalgrundreiniger enthalten Lösemittel, die Beschichtungen und teilweise auch den Bodenbelag angreifen können. Solche Produkte besitzen häufig lediglich einen pH-Wert von etwa 10 und erzielen ihre Wirkung hauptsächlich durch Lösungsmittel.

Für PVC-Beläge werden stattdessen lösemittelfreie, stark alkalische Grundreiniger eingesetzt. Moderne PVC-Grundreiniger arbeiten überwiegend über ihre alkalische Wirkung und erreichen häufig einen pH-Wert von über 12. Dadurch lassen sich Polymerbeschichtungen und hartnäckige Verschmutzungen zuverlässig entfernen, ohne den Belag durch Lösungsmittel zu schädigen.

Die Auswahl des geeigneten Grundreinigers sollte sich immer nach den Herstellerempfehlungen des Bodenbelags richten.

Ablauf einer Grundreinigung

  1. Lose Verschmutzungen gründlich entfernen.
  2. Lösemittelfreien Grundreiniger entsprechend der Herstellerangaben auftragen.
  3. Einwirkzeit beachten.
  4. Boden mit einer Einscheibenmaschine und grünem Pad bearbeiten.
  5. Schmutzflotte vollständig aufnehmen.
  6. Mehrfach mit klarem Wasser nachspülen.
  7. Die Neutralität der Oberfläche mit pH-Indikatorstreifen kontrollieren.

Erst wenn die Oberfläche wieder einen neutralen pH-Wert erreicht hat, sollte eine neue Pflegebeschichtung aufgebracht werden.

Eine unzureichende Neutralisation gehört zu den häufigsten Ursachen späterer Beschichtungsfehler wie Haftungsproblemen, Blasenbildung oder ungleichmäßigem Glanz.


Woran erkennt man einen PU-vergüteten PVC-Belag?

Vor der Auswahl von Reinigungsverfahren und Pflegeprodukten sollte festgestellt werden, ob der Boden werkseitig PU- oder PUR-vergütet ist.

Hinweise auf eine PU-Vergütung sind:

  • Angaben des Bodenherstellers in der technischen Dokumentation
  • Pflegehinweise mit dem Vermerk „keine Einpflege erforderlich“
  • Bezeichnungen wie PUR, PU, PU-Protect, Evercare, TopClean oder vergleichbare Oberflächenvergütungen
  • eine gleichmäßig matte oder seidenglänzende Oberfläche ohne klassische Polymerbeschichtung

Ist die Bodenart oder Oberflächenvergütung nicht eindeutig bekannt, empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Bodenhersteller oder eine Prüfung der technischen Unterlagen.

PU-vergütete Beläge benötigen in der Regel keine klassische Erstbeschichtung. Hier steht die regelmäßige Unterhaltsreinigung mit geeigneten Reinigungsmitteln im Vordergrund. Eine unnötige Beschichtung kann den Pflegeaufwand erhöhen und die Vorteile der werkseitigen Oberflächenvergütung beeinträchtigen.