Beschichtete PVC-Böden vs. PU-vergütete PVC-Böden
Nicht jeder PVC-Boden wird gleich gepflegt. Entscheidend für die Auswahl des richtigen Reinigungs- und Pflegeverfahrens ist die Oberflächenvergütung des Bodenbelags. Während ältere oder klassische PVC-Beläge häufig mit einer Polymerbeschichtung geschützt werden, verfügen viele moderne Objektbeläge bereits werkseitig über eine hochwertige PU- oder PUR-Vergütung.
Die Unterscheidung ist wichtig, da beide Bodensysteme unterschiedliche Anforderungen an Reinigung, Pflege und Instandhaltung stellen.
Beschichtete PVC-Böden
Bei klassischen PVC-Belägen wird nach der Verlegung häufig eine Polymerdispersion oder Pflegebeschichtung aufgebracht. Diese bildet einen schützenden Film auf der Oberfläche und übernimmt einen Großteil des Verschleißschutzes.
Vorteile einer Beschichtung
- schützt den Boden vor Abrieb und Kratzern
- erleichtert die tägliche Reinigung
- verbessert das optische Erscheinungsbild
- reduziert die Schmutzanhaftung
- verlängert die Lebensdauer des Bodenbelags
Da sich diese Beschichtung im Laufe der Zeit abnutzt, muss sie regelmäßig gepflegt und bei Bedarf vollständig entfernt und neu aufgebaut werden.
Typische Maßnahmen sind:
- regelmäßige Unterhaltspflege
- Cleanern bei Laufstraßen
- Grundreinigung
- Neubeschichtung
Die Pflegebeschichtung ist somit ein Verschleißschutz, der regelmäßig instand gehalten werden muss.
PU- bzw. PUR-vergütete PVC-Böden
Moderne PVC-Objektbeläge verfügen häufig bereits ab Werk über eine Polyurethan-Vergütung (PU oder PUR). Diese dauerhaft aufgebrachte Schutzschicht ersetzt in vielen Fällen die klassische Erstbeschichtung.
Die Oberfläche ist deutlich widerstandsfähiger gegenüber mechanischer Beanspruchung und Verschmutzungen.
Vorteile einer PU-Vergütung
- keine klassische Einpflege erforderlich
- geringerer Reinigungsaufwand
- reduzierte Schmutzanhaftung
- hohe Chemikalienbeständigkeit
- geringerer Wasser- und Reinigungsmittelverbrauch
- niedrigere Unterhaltskosten
- längere Pflegeintervalle
Die tägliche Reinigung erfolgt in der Regel ausschließlich mit geeigneten Neutral-, Alkohol- oder Automatenreinigern.
Eine zusätzliche Polymerbeschichtung ist in den meisten Fällen weder notwendig noch vom Bodenhersteller empfohlen.
Woran erkennt man einen PU-vergüteten PVC-Belag?
Nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, welche Oberflächenvergütung ein Boden besitzt.
Folgende Hinweise sprechen für einen PU- oder PUR-vergüteten Belag:
- Angaben des Bodenherstellers in den technischen Unterlagen
- Pflegeanleitungen mit dem Hinweis „keine Einpflege erforderlich“
- Bezeichnungen wie PU, PUR, PUR Protect, TopClean, Evercare, X-Treme, Hyperguard oder vergleichbare Oberflächenvergütungen
- gleichmäßig matte oder seidenglänzende Oberfläche ohne sichtbaren Pflegefilm
Ist der Boden älter oder liegen keine Unterlagen mehr vor, empfiehlt sich eine Rückfrage beim Bodenhersteller oder eine Beurteilung durch einen Fachbetrieb.
Wann ist eine Neubeschichtung sinnvoll?
Nicht jeder PVC-Boden sollte automatisch beschichtet werden.
Eine Neubeschichtung ist sinnvoll,
- wenn der Boden ursprünglich beschichtet wurde,
- nach einer vollständigen Grundreinigung alter Pflegefilme,
- bei stark beanspruchten Flächen mit sichtbaren Verschleißerscheinungen,
- wenn der Bodenhersteller eine Beschichtung ausdrücklich empfiehlt.
PU-vergütete Böden sollten dagegen grundsätzlich nicht routinemäßig beschichtet werden. Eine unnötige Beschichtung kann den Pflegeaufwand erhöhen, die Vorteile der werkseitigen Vergütung aufheben und später aufwendige Grundreinigungen erforderlich machen.
Gegenüberstellung
| Beschichteter PVC-Boden | PU-/PUR-vergüteter PVC-Boden |
|---|---|
| Polymerbeschichtung als Verschleißschutz | Werkseitige Polyurethan-Vergütung |
| Einpflege erforderlich | Keine Einpflege notwendig |
| Regelmäßige Neubeschichtung | Pflege erfolgt überwiegend durch Reinigung |
| Höherer Pflegeaufwand | Geringerer Pflegeaufwand |
| Regelmäßige Grundreinigung notwendig | Grundreinigung nur bei Bedarf |
| Pflegefilm wird erneuert | Werkseitige Vergütung bleibt erhalten |
Empfehlung aus der Praxis
Vor jeder Grundreinigung oder Beschichtung sollte immer geprüft werden, welche Oberflächenvergütung der Boden besitzt. Eine falsch ausgeführte Beschichtung kann zu Haftungsproblemen, erhöhtem Pflegeaufwand oder unnötigen Kosten führen.
Die sicherste Grundlage für die Auswahl geeigneter Reinigungs- und Pflegemaßnahmen sind die Pflegeempfehlungen des Bodenherstellers sowie eine auf den Bodenbelag abgestimmte Reinigungschemie. So lassen sich Werterhalt, Wirtschaftlichkeit und ein dauerhaft hochwertiges Erscheinungsbild optimal miteinander verbinden.